6.5.2012:
Deutsche Grillmeisterschaft 2012

Dunkle Wolken hängen über der Altstadt. Dicke Tropfen lösen den andauerenden Nieselregen ab, lassen das Kopfsteinpflaster im trüben Licht glänzen. Sie bilden kleine Bäche, die rauschend durch die enge Gassen fließen und sich auf dem Marktplatz in Teichen sammeln. Atem ist ein Nebelhauch. Und mittendrin? Über 30 verrückte Grillteams, die sich an diesem Wochenende Anfang Mai zur Deutschen Grillmeisterschaft 2012 in Schwäbisch Hall verabredet haben. Schlaue und Ortsansässige richten bereits im freitäglichen Sonnenschein ihr Wettkampfareal ein und vergnügen sich anschließend bei der Teamparty, die GourMonds allerdings können ja gar nicht ohne Regen. Während jüngere Teammitglieder es sich am Samstag in Regen und Pfütze bequem machen, ackern die anderen bis spät in die Nacht, um den Stand aufzustellen und schon die ersten Vorbereitungen für die Menüs zu machen.

Wie immer beginnt der Wettkampftag in aller Frühe um 6 Uhr. Im Gegensatz zur WM 2011 muss aber niemand neben seinem Grill die Nacht verbringen. Mit fünf Stunden Schlaf in der Hinterhand und viel Kaffe im Gepäck geht’s los. Hendrik zaubert „Schlafrockwochen auf dem Brätwalk“: Bratwurst in diversen Mänteln, 7. Platz. „Rippchenkönig“ Mathias schafft es mit seinen „Strike-Ribs“, drei verschiedene Geschmacksrichtungen, auf den 4. Platz, bei Punktegleichstand mit Platz 3 und 2! Auch Thorstens, Ninas und Jans „Melonenparty im Aquarium“, Lachs und Kabeljau mit Kruste, ist der Jury den 4. Platz wert. „Dreimal Chicken ohne Kontrabass“ von Dennis und Sabrina, unser vielseitigstes Gericht, mit Kirsch-Feta-Chutney, Pina-Colada-Mango-Salat und „Pulled Chicken“, um nur einige Bestandteile zu nennen, belegt am Ende den 7. Platz. Während die Jury die hohe Rippe vom Rind und Beef Brisket bewertet (nur 5 Gänge sind Pflicht, dabei belassen wir es auch), macht sich Hannah an den „Schoko-, Obst- und Nuss-Genuss“. Das Dessert mit zweierlei Sauce kommt bei den spontan eingeladenen Tischgästen gut an und landet schließlich auf dem 6. Platz.

Dank der selbstgebauten Spüle ist vor der Siegerehrung schon alles wieder sauber und verstaut. Nach dem harten Tag sind die Hits von Costa Cordalis und Sohn und der scheinbar obligatorische Sirtaki-tanzen-Weltrekord-Versuch bei jeder großen Meisterschaft in strömendem Regen eher anstrengend als mitreißend, für den Rekord fehlen einige hundert tanzwütige Zuschauer. Leider werden wir kein einziges Mal auf die Bühne gerufen, landen aber insgesamt unter den 15 Amateur-Teams auf dem 5. Platz. Ein bisschen Luft nach oben und die Möglichkeit, sich zu verbessern, muss man sich ja schließlich lassen.